Sunday, February 4, 2018

Breaking News - Donald Trump in Davos: Selbstgespräch auf der Weltbühne

Breaking News - Donald Trump in Davos: Selbstgespräch auf der Weltbühne

Freitag, 26.01.2018   18:53 Uhr Der vielleicht entlarvendste Moment von Donald Trumps Auftritt in Davos kommt kurz vor Schluss. Der US-Präsident hat seine Rede schon hinter sich, in der er wenig überraschend vor allem die eigene Politik lobte. Jetzt wolle er Trump noch eine persönliche Frage stellen, kündigt Forumsgründer Klaus Schwab an. "Klingt sehr interessant", sagt Trump, davon habe er ja gar nichts gewusst. Auch mehrere Kabinettsmitglieder von Trump hätten ja wichtige Beiträge in Davos geleistet, hebt Schwab an. Weiter kommt er nicht. Denn Trump beginnt nun einfach, seine Mitarbeiter in der ersten Reihe zu grüßen. "Steven, Wilbur, Gary", ja "sogar mein General", Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster sei da, freut sich Trump. Schwabs Frage versandet, die Veranstaltung ist vorbei. Donald Trump hat in Davos gesprochen, doch es war eher ein Selbstgespräch. Auf eine Debatte, wie man sie beim Weltwirtschaftsforum sonst so gerne führt, ließ der US-Präsident sich nicht einmal ansatzweise ein. Dabei war das durchaus eine Hoffnung, nacem Trump sich kurzfristig zu dem Treffen angekündigt hatte. Das größte Problem, das viele Politiker und Unternehmensführer mit Trump haben, ist Unsicherheit. Welche seiner markigen Ansagen meint der Präsident ernst, welche sind nur Show? Schwer zu beurteilen, solange Trump mit der Welt vor allem per Twitter aus seinen Privatgemächern im Weißen Haus kommuniziert. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron berichtete, er habe seinem Amtskollegen den Davos-Besuch "stark empfohlen" - auch damit Trump einmal "Konfrontation und Dialog" erlebe. Bei Trumps Delegation scheint jedoch vor allem der Teil mit der Konfrontation angekommen zu sein. Handelsminister Wilbur Ross sprach in Davos von "US-Truppen", die man in mögliche Handelskriege schicken könne. Finanzminister Steven Mnuchin beteuerte, Trump sei nicht etwa gekommen, um der Davos-Elite zu gefallen. "Wir müssen uns um diese Leute keine Sorgen machen." Und Trump selbst fällt auch zu einem Treffen mit rund 70 Staats- und Regierungschefs vor allem eins ein: "Ich werde Amerika immer an erste Stelle setzen." So solle es im Übrigen jeder Staatenlenker halten. Natürlich ist Trump nicht der einzige Politiker, der diesem Prinzip folgt. Auch andere Länder schotten sich etwa mit Strafzöllen oder anderen Handelshindernissen ab, wie Trumps Minister in Davos gerne betonten. Doch nur die USA haben sich jahrzehntelang als Gralshüter von freiem Handel und Demokratie inszeniert. Jetzt werden sie von einem Mann regiert, bei dem man nie weiß, welche internationale Organisation oder demokratische Gepflogenheit er als nächstes infrage stellt. Machtdemonstration im Live-Fernsehen Viele Wirtschaftsbosse haben sich mittlerweile mit dieser Unberechenbarkeit arrangiert. "Wir stellen uns ein auf die Verhaltensweisen der Trump-Administration", sagt ein deutscher Top-Manager in Davos. Zwar hegen viele Unternehmenschefs eine tiefe persönliche Abneigung gegen den Präsidenten, seine Manieren und seine Weltanschauung. Andererseits wollen auch sie von Trumps wirtschaftsfreundlicher Politik profitieren - und vor allem nicht bei ihm in Ungnade fallen. Und so nahmen auch 15 europäische Konzernlenker am Donnerstag Trumps Einladung zum Abendessen an - unter ihnen die Chefs der deutschen Unternehmen Siemens, Adidas, ThyssenKrupp, Bayer und SAP. Womit sie nicht gerechnet hatten: Trump ließ den Beginn des Treffens unangekündigt vom US-Fernsehen filmen - und nutzte das für eine Machtdemonstration. Statt eines Gesprächs auf Augenhöhe mussten sich die Konzernchefs vorstellen und sagen, ob und wie sie in den USA investieren wollen. Wenn sie die richtigen Antworten lieferten, nickte Trump zufrieden. Die sonst so selbstbewussten Top-Manager gaben dabei kein gutes Bild ab. "Wie sie sich bei ihm eingeschleimt haben!", staunt ein internationaler Top-Manager, der selbst nicht dabei war und die Runde im Fernsehen beobachtet hatte. Peinlich sei das gewesen. Das dürften auch einige der Beteiligten gedacht haben. Siemens-Chef Joe Kaeser etwa, der direkt neben Trump sitzen durfte, war das Unwohlsein ins Gesicht geschrieben. Trump sah das offenbar anders, und berichtete am Freitag begeistert von seinem Treffen mit den Europäern und deren Investitionsversprechen. "Ich habe 15 neue Freunde", frohlockte Trump. Naivität oder Zynismus? Fake News, um bei Trumps Worten zu bleiben, waren es ganz sicher. "Trump hat sich Zustimmung erkauft" Schon etwas ehrlicher dürfte das Lob sein, das Trump von US-Managern bekommt. "Ich glaube, seine Wirtschaftspolitik wird nicht genug anerkannt", sagte etwa Ray Nolte, Chief Investment Officer des Hedgefonds SkyBridge Capital dem SPIEGEL. Die Diskussionen um Trumps Tweets überlagerten, was der Präsident schon erreicht habe. So habe seine Deregulierung "die Stimmung in der Geschäftswelt verbessert". Auch Trumps kürzlich durchgesetzte Steuerreform werde sich im Laufe dieses Jahres posit

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